31. Oktober 2014

Was tun, wenn die Haare mit dir brechen?

Huhu ^.^

Meine bisher eigentlich ziemlich unkomplizierten Haare wurden vor einigen Monaten plötzlich zum Problemfall. Als besonderes kleines Hochzeitsgeschenk bekam ich nämlich nicht nur Akne, sondern auch Haarausfall >_< Es ist schon fast ironisch, dass jemand, der sich regelmäßig mit Pflege u.ä. beschäftigt - und sich mit Hinblick auf ein besonderes Ereignis auch besonders ins Zeug legt, derartige Problemchen bekommt, die vorher nie da gewesen waren... Auf das Thema Akne gehe ich nochmal gesondert ein. Heute soll es also um mein Haar-Problem und meinen Umgang damit gehen...

Die Ausgangslage

Ein lang ersehnter Friseurbesuch war ausschlaggebend: Mein Haarverlust war kein Ausfall, wie ich dachte, sondern Haarbruch! In allen (!) gefärbten Teilen waren im Gegensatz zum Ansatz deutliche "Schwächen" festzustellen. Das Problem bestand also nicht nur in meinen blondierten Längen, sondern auch dem Teil, der regelmäßig getönt wurde, um den Übergang zum Blondierten beim Rauswachsen zu verwischen... Vor allem meine mangelhafte Pflege verstärkte das Problem, denn durch das Färben hatte mein Haar viel mehr Pflege nötig als ich ihm aus Stress und Zeitmangel bot... Außerdem hatte ich für meine blondierten Längen und Spitzen einfach nicht viel Liebe übrig, ich wartete schließlich nur darauf, sie los zu werden :-P Ich dachte mir 'Du hast schon öfter die Pflege vernachlässigt und es ist trotzdem nichts passiert'... Tjaha! Vielleicht habe ich damals auch nicht gefärbt wie ein Weltmeister? ~_^ Es ist mir allerdings wirklich noch nie passiert, dass eine Friseurin mir gesagt hat, ich müsse meine Haare besser pflegen o.O Hier nochmal meine gebeutelten Haare vor dem Friseurbesuch:


Man sieht einen ungefärbten und - wie sich herausgestellt hat - sehr gesunden und vollen Ansatz in den ersten 2-3 cm. Daraufhin folgt ein Teil der Längen, in dem regelmäßig getönt - einmal aber auch gesträhnt (Paintings mit Farbe - keiner Blondierung) wurde; das verläuft so ca. 7-10 cm. Die unteren Längen und Spitzen wurden komplett blondiert - auch darüber wurde dann regelmäßig getönt, als ich mit dem Blondieren aufgehört hab, um den Ansatz zu verwischen und die Farben anzugleichen.

Die Haarpflege - unendliche Weiten
*Star Trek Theme*...

... oder auch: Dinge, die ich dazu lernte:
  1. Die Friseurin empfahl mir eine Kur, die ich so noch nicht kannte. Ich sollte wenig (wirklich nur gaaaanz wenig) einer Haarkur bei jeder Wäsche wie eine Spülung verwenden, also auch nicht lange einwirken lassen. Nach einer Zeit - so sagte sie - würden meine Haare dadurch wieder deutlich spürbar gestärkt sein (Build Up? Silikone?) und ich könne die Behandlung beenden und bei Bedarf wiederholen.
  2. Natürlich empfahl sie mir auch gleich die im Salon vertriebenen Produkte, ich wollte aber lieber erstmal recherchieren und Inhaltstoffprüfung betreiben ~_^ So stieß ich auf das Thema Protein vs. Feuchtigkeit, denn in den von ihr empfohlenen Produkten waren Proteine enthalten. In Bezug auf diese beiden "Pole" kann man im Prinzip keine Empfehlungen geben; dafür gibt es aber den sogenannten Wet Assessment Test. Weil im verlinkten Artikel alles dazu (auch was man denn macht, wenn der Test nicht eindeutig ist) gut erklärt ist, mache ich hier mal einen Punkt und komme dann darauf zurück, wenn ich genügend Erfahrungen gesammelt hab ^.^
  3. Ihr kennt doch bestimmt die alte Regel "100 Bürstenstriche pro Tag...". Es stimmt! ABER: Hierbei geht es einzig und allein um das gründliche Bürsten vom Ansatz bis in die Spitzen (!) mit guten (!) Wildschweinborstenbürsten (WBB) durch bereits gründlich entwirrte (!) Haare. Dadurch wird die Kopfhaut massiert und gereinigt, sowie das Sebum von der Kopfhaut in den Längen und Spitzen verteilt. Manche sagen auch, dass auf diese Weise das Haarwachstum durch die verbesserte Durchblutung (Massage) der Kopfhaut gefördert wird... Bei solchen Ansagen bin ich immer skeptisch ~_^ WBB von ebelin z.B. bestehen nicht nur daraus (es lebe die Werbe-Verblendung *Ironie*), sondern auch aus Nylonborsten, die das Sebum im Gegensatz zu echten WB nicht transportieren können (Unterschied: WB mit heller Spitze, Nylon: gänzlich schwarz). Entwirrt müssen die Haare sein, weil sie unter der Belastung des Bürstens dennoch brechen können! Die Benutzung einer WBB ist also kein Styling, sondern Pflege, wenn man so will...
  4. Entwirren. Aber wie? Mit einem grobzinkigen, nahtlosen Kamm! Manchmal entwirre ich auch eine Weile nur mit Fingern. Bei meiner Haarstruktur ist das meist ausreichend, was ich früher für unmöglich hielt... Da nun aber auch ich die Erfahrung von Nestern (Knoten) gemacht habe, übertreibe ich es damit nicht ~_^
  5. Ölkuren und damit verbundene Kopfhautmassagen sind immer wieder der Hit ^.^ Auch Öl wurde von der Friseurin zusätzlich zu der Kur empfohlen und zwar Arganöl (sowieso heiß geliebt <3). Dieses soll insbesondere auch bei Haarbruch und -Ausfall helfen und baut mein Haar merklich auf!
  6. Haare können beim Schlafen beschädigt werden (ich fand das überraschend). Am besten sind für mich hohe, lockere Dutts oder leichte Flechtfrisuren.
  7. Ich habe die meiste Zeit immer (!) Haarspray benutzt und stelle nun erst fest, wie ätzend ich das eigentlich finde XD Wie konnte ich den verklebten Haar-Haufen auf meinem Kopf gut finden??? Immer mal was Neues...
  8. Meine Haarstruktur ist nicht die, die sie zu sein schien! Da das aber ein ganz anderes Fass aufmacht, widme ich diesem Thema einen eigenen Post ^.^
Und sonst so?


Waschen
Ich wasche meine Haare sowieso möglichst wenig, muss aber schon spätestens nach 3 Tagen ran ~_^ Das läuft dann momenten, wie von der Friseurin empfohlen (Waschen+Kur wie Spülung verwenden, beides proteinhaltig). Da ich beim Waschen und trocknen aber zwangsläufig an den Haaren "rumzerren" muss, ist es immer eine wahre Zerreißprobe, die besondere Vorsicht erfordert. Genau dann, also bei zu starker Belastung der Haare, findet der Haarbruch statt. Das bedeutet nicht zerren, schrubben, wuscheln, reißen... im Klartext: sanfte Kopfmassage beim Shampoonieren statt schnellem schrubben, kurzes "Abtropfen" im Handtuch, aber kein Trockenreiben, danach am besten lufttrocknen und erst entwirren, wenn sie komplett trocken sind.


Wildschweinborstenbürste
Die WBB habe ich hier nur aus einem Grund aufgenommen: Um zu sagen, dass sie bei brüchigen, feinen (!) Haaren vielleicht nicht die beste Methode ist! Grundsätzlich ist sie ein sinnvolles Pflege-Utensil und Menschen mit gesundem und auch dickerem Haar müssten sie problemfrei verwenden können. Ich stelle allerdings jedes Mal Haarbruch fest, obwohl ich das vorherige Entwirren beherzige. Außerdem ist mein Modell nicht das beste ~_^ Ihr seht - die hellen Spitzen, die auf echte WB hinweisen, halten sich in Grenzen. Ich schätze, nach einem halben bis ganzen Jahr bei guter Pflege kann ich einen nächsten Versuch starten. Mir blutet das Herz, weil ich die Kopfhautmassage großartig fand! TT__TT Manchmal bin ich "böse" und verwende sie einfach trotzdem :-P

Invisibobble
Mein erster Versuch mit den "Telefonkabeln" lief nicht so gut, weil mich gestört hat, dass sie schnell ausleihern und reißen. Eine Freundin wies mich dann aber auf einen Trick hin: Eins benutzen und dann ruhen lassen, damit es sich wieder zurückformen kann. In dieser Zeit ist dann ein anderes in Benutzung usw... Quasi 3 Felder Wirtschaft mit Haarbändern ^.^ Sie schonen die Haare, weil der Druck an der "Bundstelle" verteilt wird. So brechen die Haare nicht ab. Außerdem verdicken sie den Zopf ein wenig, was ich Feinhaarige natürlich super finde!

Styling
Momentan versuche ich möglichst nicht zu stylen, um nicht noch mehr Haarbruch zu provozieren. Was sich aber als tolle Zwischenlösung herausgestellt hat, ist das "Stylen" mit einem Invisibobble bzw. den Frisuren, die ich zum Schutz der Haare über Nacht mache. Meist kommen da tolle Wellen bei raus, die sowohl im Zopf, als auch offen eine gute Figur machen ^.^ Sollte an Nicht-Wasch-Tagen ein bisschen Glanz in den Spitzen fehlen und der Ansatz platt gelegen sein, helfen Trockenshampoo und Öl...

Und so bin ich derzeit meistens unterwegs:


Beim Friseurbesuch kam ordentlich was runter - allerdings nicht soviel, dass ich die Haare nicht mehr zum Zopf nehmen kann... Der blondierte Teil ist nun fast komplett raus *juhu* Der klägliche Rest wird in 1-2 Monaten folgen. Insgesamt wurde mein Haar stärker durchgestuft, damit es lockerer fällt. Ich denke aber, dass es bessere Schnitte für mich gibt (und wenn auch nur Feinheiten angepasst werden müssen ^.^). Aber auch Farbe konnte ich wieder nicht lassen *pfuipfuipfui* Es blieb aber bei spärlichen Blondierungs-Paintings als kleine "Lichtreflexe" und ein wenig Foliensträhnchen um den Scheitel herum (die Paintings allein hat man einfach nicht gesehen, sie waren doch zu dezent :D). Wenn ich es schaffe, soll das die nächsten Besuche aber erstmal nicht aufgefrischt werden, um nicht wieder Haarbruch zu provozieren *toitoitoi*

Wichtig zu sagen: Ich habe dem Glatzenpolierer Unrecht getan! Nun - also Monate der Recherche und Beobachtung später - kann ich mit Sicherheit sagen, dass mir die Haare nicht DESWEGEN abhanden gekommen sind. Weil ich öffentlich Anklage erhob, muss ich das auch fairerweise revidieren. Das ändert allerdings trotzdem nichts an seinen miserablen Inhaltsstoffen ~_^

Pheeew... geschafft! ^.^ Ich brenne auf eure Haargeschichten! Eure Geheimtipps gegen Haarbruch? Und sahen eure Haare nach einem anderen Pflegeprogramm plötzlich auch ganz anders aus?

Eure Donna

Kommentare:

  1. Ich kenne das Problem unglaublich gut! Ich hatte früher immer richtig,richtig dicke Haare und inzwischen ist außer ein paar Flusen (übertrieben gesagt) nicht mehr viel übrig. Ich habe mir im Frühjahr die Haare blondiert (dachte die sind eh schon total kaputt von 10 Jahren färben) und lasse seitdem alles rauswachsen (da sie vorher dunkelbraun waren wollte ich nicht so lange mit blondem Ansatz rumlaufen) und der nichtgefärbte Teil ist so gesund dass ich mich inzwischen echt ärgere, meine Haare so lange gefärbt zu haben. Ich denke es dauert bestimmt noch 2 Jahre bis ich alles blondierte raushabe aber da ich inzwischen weder färbe noch töne und merke wie gut das meinen Haaren tut warte ich diese Zeit gerne ab :)

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    1. Ich weiß, was du mit "Flusen" meinst :D Es ist so gemein, wenn man es von sich anders kennt! Erst recht, wenn man - wie du - dicke Haare hatte...
      Hoffe auch, das Färben lassen zu können (bin offensichtlich ein bisschen unverbesserlich in dieser Hinsicht :D).

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  2. Oh, was für ein toller Beitrag auf den freien Freitag :-)
    Ich lese Haargeschichten genauso gerne wie du, besonders wenn Sie mehr als nur das übliche erzählen. Das mit dem Haarbruch und der Protein Geschichte mit dem Friseur ist ja übel: ich hätte mich ziemlich geschämt wenn meine Friseurin sowas zu mir gesagt hätte *arme donna*

    Haarbruch hatte ich so nie (nur mal nach einer Phase der Unterernährung), obwohl ich ja auch blondiert und gefärbt war. Gepflegt habe ich in der Zeit aber noch mehr als sonst: das ist bei jemandem mit meinem Haartyp - troooocken und dick - aber von Natur aus drin ;-) WB habe ich im Friseurbedarfsladen gekauft und oh Wunder, da ist alles unsexy, aber billig! O.o

    Deine Nachtfrisur (Wellen) steht dir übrigens unglaublich gut! Erinnert mich an den nächsten Teil meiner Haar-Reihe, da verlinke ich dich hier :-D

    Ich wünsche dir wundervolles Halloween *buh* und bis zum nächsten Haar-Update *neugier*

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    1. Mein beschämtes Ich fühlt sich gestreichelt ^.^

      Beim Schwanken zwischen 'das braucht man doch alles gar nicht' und 'ich klatsch alles drauf was geht' habe ich nun endlich rausgefunden, mit welchen Dingen ich mich abfinden muss... und mit welchen nicht ^.^ Beobachte immernoch neugierig die Entwicklung... Scheinbar in Tendenz Protein UND Feuchtigkeit, beides aber mit Vorsicht *Divahaare*

      Oh krass Unterernährung?! :O Jetzt wo du's sagst... Könnte bei mir auch der Fall gewesen sein... Ich hab zuletzt keinen Appetit mehr gehabt (Stress) und mir nur hin und wieder was reingezwungen, um nicht NOCH ein Problem zu kriegen... Das hat sich aber wieder eingependelt. Bei dir denk' ich mal auch bei deiner Traum-Mähne, oder?

      Würdest du dein WBB Exemplar denn empfehlen? Ich überlege mir ja in ferner Zukunft 'ne richtig gute zu holen, aber erst, wenn ich sicher sein kann, dass die Haare mir nicht deswegen zusätzlich abhanden kommen...

      Dankeschön :-* Ui ja gerne! Ich fühle mich geehrt, Teil deiner anbetungswürdigen Haar-Serie zu sein :3

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    2. So gerade habe ich dich verlinkt, dein Lockenbild ist sooo hübsch *.*

      Unterernährung müßte wohl massiver Art sein und über Monate ein krasser Mangel nicht nur an Vitaminen, sondern auch allen anderen, grundlegenden Nährstoffen, um diese typische, auf halber Höhe abbrechen wie bei mir hervorzurufen. Mach dir keine Gedanken in die Richtung, wenn du nicht so eine extreme Phase hattest. Zinkmangel kann aber immer mal sein und auch Gelatineplatten in Tee aufgelöst (echt jetzt) helfen dann gut. Notfalls lass dich testen!

      Ich hab mal gekuckt und meine WBB hat definitiv ganz viele helle Spitzen und quasi keine weißen. Ich nutze sie aktuell auch wieder, weil sie helfen soll, fettige Strähnen zu ent-fetten. Ich hab das magische Denken, daß es wirkt. Danke für die Hinweise, auf jeden Fall!

      Und was das Föhne-für-Hollywoodwellen angeht: ich wurde auch mal so beim Friseur behandelt, allerdings mit einem Diffuser und anschließender Löwenmähne. Oh mann, ich sah so peinlich aus ^.^ nie mehr!!

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    3. ....sorry, keine schwarzen Spitzen. Ich brauch nen Kommentarlektor

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    4. Ui danke ^.^

      Ich schätze, ein derartiger Mangel kann bei mir nicht vorliegen... das hätte ich ja auch anderweitig merken müssen...

      Ich konnte einen fettverteilenden Effekt von der WBB auf jeden Fall bei mir beobachten! Von daher würde ich mich dem magischen Denken anschließen ^.^

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Ich freue mich über jeden Kommentar :)